Gott ist ein Egoist

Ich weiss nicht, ob du dir das schon jemals überlegt hast. Wenn du nichts mit dem Christentum am Hut hast, dann ist dir das vielleicht noch nicht einmal aufgefallen. Wenn ich die Bibel lese, dann habe ich das Gefühl, dass Gott der grösste Egoist ist, den es gibt.

Bereits im zweiten Buch in der Bibel (in 2. Mose 34,14) wird Gott als „der Eifersüchtige“ bezeichnet. Es steht auch im hinteren Teil der Bibel, im 2. Thessalonicherbrief 1,8, dass er wie ein vernichtendes Feuer über diejenigen richten wird, die ihm nicht gehorsam sind. Wie ein kleines Kind macht er kaputt, was nicht nach seinem Willen funktioniert.

Steht das nicht in einem Widerspruch dazu, dass Gott Liebe sein soll (Bibel: 1. Johannes 4,8)? Wenn meine Partnerin egoistisch ist, dann fühle ich mich nicht gerade besonders geliebt. Erst recht nicht, wenn sie mir plötzlich mit einer Strafe droht, falls ich nicht das tue, was sie gerne hätte. Liebe sieht anders aus.

 

Verlassen wir kurz diesen Rahmen, raus aus dem Konflikt von Egoismus und Liebe:
Was wäre, wenn Gott wirklich alles weiss, über alles die Macht hat, und sich wünschen würde, dass es uns gut geht? Oder noch einfacher: Was wäre, wenn ich als Vater genau weiss, dass es für mein Kind das Beste ist in meiner Nähe zu bleiben, wo es meine Stimme hören kann? Zum Beispiel in einer gefährlichen Situation, welche mein Kind nicht einschätzen kann. Ich würde von meinem Kind verlangen, dass es auf jede meiner Anweisungen hört.

Deshalb, noch einmal: Was wäre, wenn Gott wirklich alles weiss, über alles die Macht hat, und sich wünschen würde, dass es uns gut geht? Er würde von dir und von mir verlangen, dass wir genau auf seine Stimme hören. Besonders dann, wenn wir uns in einer Situation aufhalten, welche gefährlich ist. Und lass uns ehrlich zu uns selbst sein: Die Welt ist kein sicherer Ort. Es gibt Krankheit, Mord, Betrug, Hass, und vieles mehr wovor wir uns nicht verstecken können. Wir brauchen Schutz und den will Gott uns in diesen und auch in allen anderen Dingen geben.

 

Schluss mit dem Exkurs, zurück zu unserem egoistischen Gott. Es scheint also möglich zu sein, dass er unseren Gehorsam will, nicht um seinetwillen, sondern um unseretwillen.  Gott zu gehorchen bedeutet nicht nur, ihn zu lieben und uns selbst zu vernachlässigen. Indem du Gott gehorsam bist, liebst du auch dich selbst. Und da Gott nicht nur dich, sondern zum Glück auch mich liebt, wird sein egoistischer Wunsch nach deinem Gehorsam mir sicher nicht schaden. Im Gegenteil: In deinem Gehorsam Gott gegenüber liebst du dann nicht nur Gott und dich selbst, sondern auch mich und alle deine Mitmenschen!

Dreht sich Gottes Eifersucht und Egoismus deshalb um ihn selbst? Ich denke du kennst die Antwort: Es dreht sich um dich, um mich, und schlussendlich auch um ihn.

Solltest du dich jetzt darauf fokussieren, immer gehorsam zu sein? Das wäre ein guter Ansatz, aber leider ist das nicht möglich. Die Regeln sind zu eng gesteckt. Ich selbst mache immer wieder Fehltritte, in welchen ich den Rahmen missachte, welchen Gott mir gegeben hat. Was geschieht in solchen Momenten? Ich höre auf, Gott, mich selbst und andere zu lieben. Was geschieht dort, wo keine Liebe ist? Wir verletzen einander.

Gott wäre aber nicht Gott, wenn er dafür nicht eine Lösung bereithält. Schliesslich hat er ja Ahnung von Alles und auch die entsprechende Kraft dazu. Seine Antwort an uns hat er durch Jesus geschickt, wie in der Bibel beschrieben. Dieser Jesus soll derjenige sein, der diese Momente heilen lässt, in welchen wir aus der Liebe hinaustreten und andere verletzen. Und wieso hat Gott dies getan? Damit wir auch wieder motiviert sind, ihm gehorsam zu sein. Seine egoistische Natur schlägt auch hier wieder durch.

Lass mich dir zum Schluss aber noch eine Frage stellen: Was machst du, wenn du nicht liebst, dich selbst oder andere verletzt? Ob gläubig oder nicht, ich denke, dass du dich nach Wiederherstellung sehnst. Und vielleicht musst du auch zugeben, dass der Egoismus Gottes (falls es ihn wirklich geben soll) sein grösster Ausdruck der Liebe uns gegenüber ist. Denn dadurch wurde uns ermöglicht, dass wir Wiederherstellung erleben.

Update und Frage der Identität

Die Erfahrung hat gezeigt, dass meine Motivation ein wenig leichter verloren geht, wenn ich mir vornehme, nur lange Blogeinträge zu schreiben. Der letzte Eintrag hat ein wenig gezeigt, was passiert, wenn ich einfach über ein Thema schreibe, welches mich einmal bewegt hat, aber im Moment gerade nicht besonders aktuell ist: es wird ein wenig verworren und nicht zielgerichtet.

Deshalb: Lange Einträge gibt es nun vor allem dann, wenn mich gerade etwas persönlich beschäftigt, oder wenn meine Kreativität in einem solchen Überfluss fliesst, dass ich gleich eine halbe Stunde am Schreiben bin.

 

Nun zum heutigen Beitrag… Dieser entsteht ein wenig aus dem, was mich gerade in meinem Glauben bewegt, wird aber zum Teil vermutlich auch einige nicht fertiggedachte Inhalte beinhalten. Wir werden sehen.

Die Bibel sagt in 1. Johannes 4,19 „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Hier will ich mich vor allem auf den zweiten Teil des Verses konzentrieren. Gott hat uns geliebt, bevor wir auch erst wussten, was Liebe ist. Es verhält sich so, wie im Idealfall bei Vater und Kind: Ein Neugeborenes weiss noch nicht was Liebe ist und trotzdem ist es vom Vater geliebt. Muss nun das Kind die Liebe des Vaters beim Älterwerden plötzlich durch Leistungen verdienen? Ich denke nicht. Der Vater wünscht sich aber, Teil des Lebens des Kindes zu sein. Er interessiert sich für das Kind und auch für eine Beziehung mit ihm.

Ich denke, dass es sich mit Gott gleich verhält. Gott liebt die Menschen nicht aufgrund ihrer Leistungen. In Psalm 40,6 schreibt der Psalmist: „Du hast keine Freude an Opfern und Gaben.“ Und trotzdem ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, wie ich mich selbst an Leistungen messe. Das kann ganz harmlos anfangen mit dem Vorbereiten eines Inputs, wo ich dann schlussendlich plötzlich bemerke: es geht mir gar nicht darum, das mit meinem himmlischen Vater zu tun, sondern vor den Menschen zu brillieren.

Gottes Vaterschaft wird oft in der Bibel gezeigt. In Johannes 1,12 steht: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ Wenn ich also an ihn glaube, dann kann ich mich auf ihn als Vater verlassen. Ich bin sein Sohn. Als Vater verlangt er nicht von mir, dass ich gewisse Sanktionen einhalte und ihm meinen Tribut abliefere, damit ich weiterhin sein Sohn sein darf. Er wünscht sich einfach, dass er Teil von unserem Leben ist und wir mit ihm eine Freundschaft pflegen, wie man sich eine Beziehung zwischen Vater und Sohn eigentlich wünscht. Meine Identität definiert sich nicht über das, was ich sage und tue, sondern was er über mich sagt und in meinem Leben macht.

Heisst das jetzt, dass ich mir Gedanken mache, einfach nichts mehr zu machen, weil ich mich so selbstsicher fühle bei Gott? Vermutlich nicht. Oder ganz bestimmt nicht! Hier ist nämlich mein Problem zu Hause: Ich habe diese Sohnschaft, in welcher ich durch meinen Glauben an ihn eigentlich leben sollte, noch nicht wirklich ergriffen. Die gewünschte Selbstsicherheit in diesem Bewusstsein ist in mir noch nicht vorhanden, auch wenn es manchmal trotzdem diesen Anschein macht: Ich bin sicher noch nicht angekommen. Aber ich bin auf dem Weg und verfolge ein Ziel.

Jetzt habe ich eine der Fragen, welche ich aufgeworfen habe, nur kläglich beantwortet: Was mache ich nun, mit all den Dingen, in denen ich merke, dass ich sie nicht mit ihm, sondern einfach für mich selbst mache? Gewissensberuhigung sozusagen. Gewisse dieser „Beruhiger“ muss ich sicher ablegen, was ein wenig Vorarbeit verlangt, da ich meine Mitmenschen nicht einfach hängen lassen will. An anderen Dingen will ich aber dranbleiben und dafür kämpfen, dass ich wieder mit Gott zusammenarbeite und meine Beziehung zu ihm eine zentrale Stelle einnehmen kann.

Im Endeffekt bin ich davon überzeugt, dass eine gesunde Beziehung mit Gott auch exzellente Arbeitsresultate mit sich bringt. Ja von aussen mögen der Weg und das Ziel sogar genau gleich scheinen! Aber innerlich spielt sich eine andere Geschichte ab, welche sich dann auch in meinen Beziehungen zu meinen Mitmenschen, zu meiner Arbeit und zu Gott wiederspiegeln wird.

Wenn du also bereits mit diesem Gott unterwegs bist, dann fordere ich dich heraus, dir selber die Frage zu stellen, für wen du deine Arbeit tust! Tust du sie, um dein Gewissen zu beruhigen? Vielleicht, um Anerkennung von deinen Mitmenschen zu erlangen? Aus dem Bewusstsein hinaus, dass du als Christ auch etwas für Gott tun musst? Oder leistest du deinen Einsatz auf der Arbeit oder in der Gemeinde mit Gott zusammen, indem du ihn immer wieder Anteil haben lässt, ihm zuhörst und deine Sorgen aussprichst, oder einfach zwischendurch eine Auszeit nimmst, um dich wieder mit seinem Frieden füllen zu lassen?

Falls du diesen Gott noch nicht auf diese Art kennst und eigentlich gerne mehr über Gott als Vater lernen möchtest, dann melde dich bei mir und ich werde mir gerne einmal ein wenig Zeit nehmen, um bei einem Essen oder einem Kaffee zu hören, was für Fragen du zu Gott hast! Sei einfach gewarnt: Ich weiss bei weitem nicht alle Antworten! Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich wünsche mir aber, dass du Gott besser kennen lernen kannst. Für mich ist er mein bester Freund geworden und er fasziniert mich immer wieder neu.

PS: Nun ist doch wieder ein langer Eintrag entstanden…

Kiffen macht gleichgültig…

…Mir doch egal!

Diesen Witz hat mir vor kurzem ein Freund erzählt. Interessanterweise kann ich bei dieser Aussage sehr gut mitreden. Nicht etwa, weil ich kiffe, sondern schon viel eher, weil ich oft eine Gleichgültigkeit in meinem Leben entdecke. Um genau zu sein, sehe ich diese Gleichgültigkeit nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Menschen. Deshalb lohnt es sich auch, dieses Thema anzuschneiden.

Gleichgültigkeit (auch Indifferenz) bezeichnet einen Wesenszug des Menschen, welcher Gegebenheiten und Ereignisse hinnimmt, ohne diese zu werten, sich dafür zu interessieren, sich ein moralisches Urteil darüber zu bilden oder handelnd aktiv zu werden, um diese zu ändern.“ – Wikipedia (26. Juli 2014)

Bei Gleichgültigkeit handelt es sich nicht um Ignoranz, sondern darum eine Information zu erfassen und diese ohne weitere Gedanken zu speichern und abzuhaken. Wenn ich zum Beispiel das Thema Geld erwähne, dann hat sicher jeder einen Bezug dazu und kann mir viele Dinge dazu erzählen. Wenn ich dann aber zum Beispiel das Thema Menschenhandel erwähne, dann weiss vermutlich nur eine Minderheit etwas dazu zu sagen. Trotzdem betrifft es uns alle: es wird auch in der Schweiz Menschenhandel betrieben und viele der pornographischen Inhalte auf dem Internet haben Darsteller, welche durch den Menschenhandel in dieses Geschäft gelangt sind. Nun, das Thema soll nicht Menschenhandel sein, sondern dieses Beispiel soll helfen etwas zu veranschaulichen.

Oft geschehen Dinge um uns herum, welche uns nur wenig bewegen, aber uns vermutlich mehr berühren sollten. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich diese Sätze über den Menschenhandel ziemlich nüchtern behandeln konnte. Wenn ich es aber genau überlege und einmal auch nur kurz hinschaue, dann bemerke ich, dass Menschen wie Ware behandelt werden, zum Teil werden sie gefoltert, gehalten wie Tiere, aus ihrem Land mit einem „Jobangebot“ in ein wohlhabendes Land gelockt und dort verkauft. Deshalb frage ich mich: Sollte mich das wirklich gar nicht bewegen?

Bevor ich aber weiter eintauche, möchte ich auch die positive Seite erwähnen, welche die Gleichgültigkeit hat. Ich denke nicht, dass dieser Begriff unbedingt nur negativ behaftet sein muss. Es kann uns zum Beispiel enorm auf die Psyche schlagen, wenn wir alles an unser Herz heranlassen. Wir müssen uns gewissermassen vor der Informationsflut und dem damit verbundenen emotionalen Aufwand schützen. Das ist nicht falsch und in der heutigen Zeit vermutlich sogar notwendig.

Zurück zu der negativen Seite. Da ich meist nicht einfach ein Thema in mir wälze und nach ein-, zwei Tagen wieder abschliesse, habe ich schon mit verschiedenen Personen darüber gesprochen. An meinem Geburtstag zum Beispiel war das Thema, vereinfacht formuliert, „Lehrlinge in unserem Arbeitsumfeld“. Die Aussage war, „Der Lehrling interessiert sich gar nicht dafür einen guten Job zu machen. Er denkt nicht selbständig und es muss ihm immer alles gesagt werden.“ Es ist anscheinend für den Lehrling kein Thema beruflichen Erfolg zu haben. Dies mag in gewissen Kulturen funktionieren, aber nicht bei uns in der Schweiz. Wer nicht leistet, verliert seine soziale Stellung. Dies scheint aber nicht ganz registriert zu sein beim Lehrling.

Die Frage ist natürlich, woher kommt diese „Ist mir egal“-Einstellung? Ich denke, dass es zu einem Grossteil mit der Erziehung zusammenhängt. Wenn die Eltern kulturell wichtige Werte nicht prägen, dann wird das Leben auch nicht davon bestimmt werden. Aber das ist nur die offensichtliche Seite, die Seite, welche wir als Erklärung nutzen können, für Kinder welche „vom Fernseher“ erzogen wurden oder auch sonst keine tolle Erziehung erleben durften.

Die zweite, weniger auffällige Seite ist, dass man gewissen Dingen gegenüber abgehärtet ist, oder dass gewisse Dinge kulturell akzeptierter sind. Ich persönlich vertrete zum Beispiel die Ansicht, dass regelmässiger Konsum von Pornographie unsere Gedanken verstümmelt und wir in Beziehungen gewisse Werte verdreht sehen. Stichworte sind zum Beispiel: Intimität, eine Beziehung reparieren, gute Freundschaften zum anderen Geschlecht ohne regelmässige Hintergedanken pflegen, etc.  Aber Pornographiekonsum ist quer durchs Band überall anzutreffen (ob nun inner- oder ausserhalb der Kirche). Wenn nun meine Liste von Stichworten wirklich etwas zu bedeuten hat, dann haben wir hier ein kulturell akzeptiertes Problem, welches gar nicht mehr als solches identifiziert wird. Falls meine Argumentation nicht stimmt, dann freut euch! Die Gesellschaft spiegelt aber in der Regel etwas anderes wieder.

Wenn wir zurück auf den Menschenhandel schauen, dann existieren aber auch Probleme, welche schlicht und einfach von vielen Menschen nicht thematisiert werden. Die Politik und die Wirtschaft müssen sich darum kümmern, dass das Geld in unserem Land bewegt wird, sie haben keine Zeit für andere Themen. Der Unterhaltungssektor kann zum Teil sogar vom Menschenhandel profitieren! Und von den Familien ist das Problem so weit entfernt, dass es sowieso nur in Thailand ein Thema ist (wo es wirklich ein riesiges Problem ist!). Die ganze Gesellschaft ist hier einem Thema gegenüber gleichgültig geworden und wir haben uns dem Trend angepasst.

Fazit: Wir haben in unserem Leben Dinge, welche uns nicht bewegen und das ist auch gut so. Oftmals bewegen uns Dinge aber auch nicht, wenn sie es trotzdem sollten. Die Folge davon ist, dass die Gesellschaft schleichend mit Werten geprägt wird, welche auf uns persönlich, auf unser Umfeld und auch auf Menschen ausserhalb unserer Kultur negative Auswirkungen haben.

Gibt es Dinge in deinem Leben, wo du eventuell mehr hinschauen solltest? Denn du kannst mit deinem Verhalten trotz allem negativen Wandel einen positiven Einfluss auf deine Umgebung nehmen. Wo gibt es Gleichgültigkeit in deinem Leben? Bist du bereit diese zu suchen, oder ist dir das einfach „egal“? 😉

Den Moment geniessen

Definition von Frieden nach meinem Verständnis: Nichts fehlt und nichts ist zerbrochen.

Kürzlich habe ich mich mit einem guten Freund über einen Pastor unterhalten, welcher stets voller Friede zu sein scheint. Dieser Pastor strahlt eine gewisse Souveränität aus und man fühlt sich bei ihm sicher und zu Hause. Ich habe mich gefragt, was wohl der Grund für diesen Frieden sein könnte. Ich bin dabei zu einem Schluss gekommen, welchen mein Freund und ich doch für sehr realistisch gehalten haben. Bevor ich diesen erläutere, will ich aber auf die zwei Gedanken eingehen, welche zu meiner Aussage geführt haben.

Wenn ich meinen Alltag anschaue, dann beeinflussen zwei Dinge meine Gegenwart am meisten: meine Vergangenheit und meine Sicht von der Zukunft.

Die Vergangenheit ist etwas von den wenigen Dingen, was wir nicht verändern können. Deshalb ist sie auch die grösste Quelle von Bedauern. Für viele wird dieses Bedauern zu einem Gefängnis, welches sie gefangen hält in dem, was sein könnte und dem was nicht ist. Was aber darin noch schlimmer ist, dass dieses Gefängnis eine offene Türe hat, welche vergessen geht, wenn man zu lange drin ist! Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, aber wir können alles daran setzen, dass die Gegenwart nicht so endet, wie unsere Vergangenheit.

Der zweite Aspekt ist meine Sicht von der Zukunft. Noch mehr Gefahren als die Vergangenheit birgt die Zukunft. Denn da kann alles, was noch nicht geschehen ist noch geschehen. Gutes, aber auch Schlechtes. Wenn wir uns nun vor dieser fürchten, dann verlässt uns unser Friede und was zurückbleibt ist Angst und Stress.

So, nun endlich zu meiner Aussage, welche ich zu dem erwähnten Pastor gemacht habe: Ich denke, dass er weder Reue über seine Vergangenheit hat, noch Angst vor der Zukunft.

Zu was führt eine solche Herzenshaltung? Wenn wir weder von der Vergangenheit gefangen sind, noch unsere Gedanken an die Zukunft verlieren, dann gibt es nur einen Ort, wo wir uns wiederfinden können: in der Gegenwart. Und es ist die Gegenwart, in welcher sich unser Leben abspielt. In der Gegenwart können wir unseren Freunden begegnen, neue Dinge lernen, essen, trinken, schlafen, die Welt verändern.

Ich darf immer wieder diese Momente des Friedens erleben und bin überzeugt, dass die Gegenwart immer am schönsten ist. Jetzt. Und auch jetzt. Und auch weiterhin…

Wie kannst du die Vergangenheit aufräumen und deine Sorgen über die Zukunft ablegen? Die Vergangenheit kannst du zum Beispiel mit einem Seelsorger aufarbeiten und deine Sorgen kannst du mit allen möglichen Versicherungen und finanziellen Sicherheiten mindern.

Wenn du aber bemerkst, dass das für dich keinen Frieden bewirkt, dann kann ich dir eine Beziehung mit Jesus nahe ans Herz legen! Er liebt es, dich wiederherzustellen und dir deine Verluste aus der Vergangenheit zurückzugeben. Dies mag nicht immer genau so aussehen, wie du es dir wünschst, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es noch immer meine Erwartungen übertroffen hat. Er ist es auch, der deine Sorgen tragen und deine Sicherheit sein will. Für mich persönlich übertrifft meine Beziehung mit Jesus alles, was ich sonst kenne oder auch von anderen höre. Es ist jedoch deine Entscheidung. (Unverbindliche Preisempfehlung: Dein Bedauern, deine Sorgen, und deine Ängste gegen Friede der alles Verständnis übersteigt.)

Ein bitterer Nachgeschmack

Es gibt vermutlich nicht viel, was ein Essen mehr verderben kann, als wenn es bitter ist. Ob dies von Anfang an so ist oder auch erst als Nachgeschmack, macht hier eigentlich keinen Unterschied. Bitter ist allgemein unbeliebt; es regt unsere Geschmacksknospen nur auf unangenehme Weise an.

Nun ist es aber so, dass nicht nur Essen und Getränke bitter sein können. Ich persönlich verwende zwischendurch zum Beispiel die Aussage „Das ist bitter“ um von einer Situation zu sagen, dass sie schlecht, unglücklich oder unangenehm ist. Also scheinen auch Situationen bitter zu sein!?? Das soll aber nicht das Thema sein. Heute geht es, wie nun schon öfter hier, um Menschen.

Egal ob man überzeugter Christ ist oder nicht, ich glaube nicht, dass jemand sagen kann, dass die Bibel keine praktischen Tipps für das Leben enthält. Zumindest nicht jemand, der sich ein wenig damit auskennt. Einem dieser Tipps hat sich kürzlich in meinem Leben gezeigt.

Im Hebräer 12, Vers 15 steht: „Seht zu, dass keine bittere Wurzel unter euch Fuss fassen kann, denn sonst wird sie euch zur Last werden und viele durch ihr Gift verderben.“ Hierauf stellt sich für viele vermutlich die Frage: Warum?

Dazu möchte ich kurz etwas aus meinem Leben erzählen:
Ich hatte im vergangenen Jahr eine Auseinandersetzung mit jemandem, der mehr in mein Leben hineinsprechen wollte, als ich bereit war ihm das zu erlauben. Daraus hat sich in mir drin die Situation ergeben, dass ich dieser Person gegenüber nicht mehr gerne offen war und auch nicht besonders erfreut war sie zu sehen. Während dieser Zeit habe ich bemerkt, dass durch diese Situation vor allem nur eine Person leidet, nämlich ich. Nicht dass ich mir Leid für die andere Person gewünscht habe, ich habe einfach nur bemerkt, dass ich mich selbst durch diesen inneren Konflikt ausser Gefecht gesetzt habe. Denn es gab für mich nur zwei Optionen mit dieser Person umzugehen: aus dem Weg gehen oder ihren Worten keinen Glauben zu schenken. Dich mag das vielleicht nicht besonders stören, aber ich mag solche innere Konflikte gar nicht.

Bei dieser Geschichte geht es nicht darum herauszufinden, wer nun im Recht war und wer nicht (deshalb die spärlichen Details). Es geht vielmehr darum zu sehen, was für Auswirkungen entstehen können, wenn wir an Verletzungen festhalten und dadurch innere Konflikte pflegen und fördern. Mit der Zeit kann dies sogar das Ausmass annehmen, dass es in jedem von unseren Lebensbereichen eine Person gibt, welcher wir so begegnen: in der Familie, auf der Arbeit, beim Hobby, usw. Das Problem dabei ist, dass wir dauernd im Ausweichmodus sind und mehr Energie dafür aufwenden, diesen Personen aus dem Weg zu gehen, als die Beziehung zu unseren Mitmenschen zu pflegen.

Wie auch immer, ich hatte ein Problem mit dieser Situation, weil ich solche Einstellungen in mir selbst nicht ausstehen kann. Was habe ich also getan? Ich habe es totgeschwiegen und nun nach rund einem Jahr verarbeiten können. Vorbildlich? Nein. Aber es hat geklappt! Hier vielleicht ein kleiner Tipp am Rande: Verdrängen oder totschweigen ist einfach nur kindisch und kontraproduktiv. Sprich mit der entsprechenden Person und wenn das eure Beziehung nicht zulässt, dann sprich mit einer Vertrauensperson und lass dir von ihr ins Leben reden, damit du die Situation verarbeiten kannst. Du wirst staunen, wie sich die Konflikte in dir zum Teil in Luft auflösen werden, nur weil du mit der Person darüber sprichst! (Ich selbst konnte meine Situation erst ablegen, nachdem ich ein fünfminütiges Gespräch mit einem guten Freund hatte. Dieser hat mir übrigens auch vorgeschlagen, einfach einmal auf die Person zuzugehen und ihr meinen inneren Konflikt zu schildern…)

Noch einmal zurück zum Tipp aus der Bibel, „Seht zu, dass keine bittere Wurzel unter euch Fuß fassen kann, denn sonst wird sie euch zur Last werden und viele durch ihr Gift verderben.“
Wie bei so vielen Dingen in unserem Leben haben wir nicht besonders gute Karten, wenn wir zu uns selbst sagen, „Es betrifft sowieso nur mich.“ Die Bibel schreibt es hier sehr gut, denn Bitterkeit wird „…viele durch ihr Gift verderben.“

„Viele“ schliesst zu Beginn vielleicht die Familie oder den Freundeskreis mit ein. Anschliessend deinen Arbeitsplatz oder deine Schule. Danach vielleicht ein ganzes Dorf oder eine ganze Stadt. Bitterkeit ist im Endeffekt das, was Menschen zu Monstern werden lässt, weil wir uns dann nur noch einen Dreck darum kümmern, wie es anderen geht, oder was für einen Preis sie zahlen müssen, damit ich meine Macht und meinen Reichtum habe. Ich weiss, dass das sehr schwarz gemalt ist. Das ist auch so beabsichtigt 😉

Aber! Wenn ganz viel Bitterkeit uns zu Monstern werden lässt, dann ist auch nur eine Prise Bitterkeit wohl auch nicht ganz das, was wir in unserem Leben haben wollen. Die Wahl ist dir überlassen! Ich bevorzuge es, mein Leben möglichst aufgeräumt zu halten (auch ich bin kein Meister darin. Liegt vermutlich an der fehlenden Lebenserfahrung 😉 ).

Warum nicht bitter sein? Warum solltest du anderen Personen vergeben? Weil im Endeffekt immer du der / die Leidtragende bist. Niemand ehrt dich dafür oder spricht dir seinen Dank aus. Den meisten ist es egal und deinen nahestehenden Menschen fügst du nur Schmerzen zu, weil sie dich in deinen Schmerzen sehen.

Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft Probleme offener anzusprechen, denn totschweigen war nur anstrengend und verletzend für mich selbst.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Man kann auch bitter werden, weil man sich selbst nicht vergibt. Wenn das du bist, dann mach reinen Tisch mit dir selbst und du wirst bemerken, dass dein Leben viel lebenswerter wird! Schnapp dir einen Freund / eine Freundin, die dir für das Anliegen Verständnis und Hilfe entgegenbringen kann und reiss die bittere Wurzel aus deinem Leben aus! Ich kann auch sehr die Hilfe von Jesus empfehlen, denn er ist definitiv ein Meister darin Probleme zu lösen. Die Wahl ist aber vollkommen dir überlassen…

Was ist Wahrheit?

Es ist schon eine ziemlich lange Zeit her, dass ich das letzte Mal etwas hier geschrieben habe. Dies hat verschiedene Gründe, auf welche ich nicht unbedingt näher eingehen will (Faulheit hat vermutlich eine grössere Rolle gespielt dabei… 😉 ). Ich will aber erwähnen, warum ich nun endlich einen Eintrag schreibe, denn es gibt vor allem einen Grund dafür: meine Mutter. Sie hat mich über die vergangenen Wochen ungefähr dreimal gefragt, wann mein nächster Blogeintrag entsteht… An dieser Stelle möchte ich mich bei dir für deine Unterstützung bedanken Mam, sonst würde ich das hier wohl noch weniger machen. Vielen Dank!

Mein Eintrag heute geht um das Thema, welches die ganze Welt in den Händen hält und die Geschehnisse steuert: die Wahrheit. Jeder von uns kann diesen Begriff definieren und einem Kind erläutern, was er bedeutet. Das klingt bei den meisten von uns vermutlich so: „Alles, was mit Fakten belegt werden kann, ist Wahrheit. Eine Lüge ist das Gegenteil von Wahrheit und entspricht nicht den Tatsachen.“

Diese Definition stellt ein Kind ziemlich sicher zufrieden und wir selbst halten auch daran fest. Wenn ich aber ehrlich bin, scheint mir diese Definition unvollständig oder sogar in sich selbst unwahr zu sein. Was ich damit nicht sagen will, ist dass ich die Formulierung inkomplett geschrieben habe, um dich in eine Falle zu locken. Diese Definition ist wirklich, was ich einem Kind sagen würde, wenn es mich nach dem Begriff Wahrheit fragen würde. Jedoch hinterfrage ich diese Definition aus dem Grund, weil er zu viele Dinge offen lässt.

Wenn ich meine Gedanken in den Nahen Osten oder in die Ukraine abschweifen lasse, dann sehe ich ziemlich klar, wie Wahrheit nach meiner Definition nur sehr zweitklassig ist: Menschen bekämpfen und töten sich, weil sie überzeugt von der Wahrheit sind, in welcher sie leben. Die einen sind davon überzeugt, dass es ihr Recht ist für ihre Wahrheit über Leichen zu gehen, genauso wie einige von uns davon überzeugt sind, dass es unser Recht ist für unsere Wahrheit auch einmal eine Lüge zu erzählen.

Jeder von uns hat seine eigene Wahrheit, eigene Überzeugungen, welche es wert sind, sein Leben darin zu investieren. Fakt ist sogar, dass es niemanden gibt, der nicht seine eigene Wahrheit lebt. Warum das? Weil wir keinen Leitfaden haben. Wir haben nichts, was uns sagt, was Wahrheit ist. Also ist alles, was für uns real ist, auch Wahrheit.

Wenn ich nun diese Dinge anschaue, meine eigene Definition und meine eigene Wahrheit, welche auf der Realität beruht, dann frage ich mich: „Ist das alles was Wahrheit zu bieten hat?“ Ich denke jeder von uns denkt an etwas Positives, wenn nicht sogar an etwas Reines, wenn wir den Begriff Wahrheit hören. Etwas Unbestreitbares, woran sich jeder festhalten kann.

Aber wie kann das sein, wenn wir uns auf uns selbst verlassen bei der Definition? Es muss eine gemeinsame, externe Quelle geben. Zum Beispiel Vereine, Kirchen und Regierungen bieten solche Quellen an in Form von Vereinsstatuten, der Bibel und dem Gesetz. Ich selbst definiere meine Wahrheit auch über die Bibel und würde sogar sagen, dass dies wahr ist, nur um damit auszusagen, dass das nicht mehr als meine eigene Wahrheit ist. Ich habe darin kein Anrecht jemandem diese, meine Wahrheit aufzudrängen.

Ich sehe aber bei den meisten Wahrheiten, wenn nicht sogar fast nur ausschliesslich einen grossen Fehler und zwar die Grundlage, auf welcher sie aufbauen. Und ich weiss nicht, wie es dir dabei geht, aber mein Herz gibt mir hier einen Hinweis. Ich habe geschrieben, dass Wahrheit eigentlich mit etwas Positivem, etwas Reinem verbunden wird. Rein und positiv sind für mich zum Beispiel Liebe, Gerechtigkeit, Friede, Freude, Treue, Freundlichkeit, usw.

Wohin will ich nun also mit meinem Eintrag? Ich will vor allem deine und meine Vorstellung von Wahrheit herausfordern. Ist meine Wahrheit wirklich Wahrheit oder nur eine Anhäufung von Fakten? Oder entspricht die Wahrheit, nach welcher ich mich ausrichte, dem, was ich auch hinter Wahrheit sehe? In meinem Fall: Löst sie Liebe, Gerechtigkeit, Friede und Freude aus, wenn sie in Kraft tritt? Kann es sogar sein, dass es Fakten in meinem Leben gibt, welche gar nicht Wahrheit sein können, weil sie Schmerzen und Trauer auslösen?

Wahrheit ist nicht immer Realität und Realität ist nicht immer Wahrheit.

Meine Frage an dich: Weisst du, was für dich Wahrheit ist und löst sie bei dir und deinem Umfeld auch wirklich das aus, was du darunter verstehst?

Die Quelle der Kreativität

Es ist nun doch schon einige Zeit her, dass ich hier etwas verfasst habe. Dies liegt zum einen daran, dass ich es vergessen habe, zum anderen aber auch, dass ich sehr unmotiviert war etwas zu schreiben. Das Warum dieser Antriebslosigkeit soll das Thema dieses Eintrages sein.

In den vergangenen paar Wochen hatte ich ein ziemlich gedrängtes Programm mit Sitzungen und anderen Events. Mir war bewusst, dass diese Zeit mich ein wenig stressen wird, jedoch habe ich nicht ganz damit gerechnet, dass meine Kreativität in dieser Zeit in den Keller wandert.
Stell dir, vor du bist an einer Schulung zum Thema „Wie man am besten ein Brötchen streichen kann“ (oder ein Thema, welches du völlig uninteressant findest). An dieser Schulung sagt der Leiter plötzlich, „Macht nun Zweiergruppen und drückt das, was ihr gerade gelernt habt, in einer kreativen Form aus!“. Spätestens jetzt wirst du merken, dass Lustlosigkeit und Demotivation nicht sehr förderlich sind für deine Kreativität und im schlimmsten Fall endet die Aufgabe sogar im Frust. In etwa so habe ich mich die letzten paar Wochen gefühlt, als ich daran gedacht habe, hier einen Eintrag zu schreiben (nicht weil ich das nicht gerne mache, sondern weil ich nicht auf der Höhe meiner Motivation war).

Weiter musste ich feststellen, dass Kreativität ein Verbrauchsmaterial ist. Nach einiger Zeit ist einfach alles weg, wenn man sie nicht wieder auffüllt. Da ich aber Kreativität nicht im Tankstellenshop finden konnte, musste ich mir selbst überlegen, wie ich das wieder hinbekomme. Deshalb schreibe ich dir hier ein paar von meinen Freizeitbeschäftigungen, welche mir helfen meine Kreativität aufzufüllen. Dies dient vor allem dazu, dass du mich ein wenig besser kennen lernen kannst, aber vielleicht kurbelt es deine Kreativität auch ein wenig an:

  • Kurze Gebetszeiten
  • Lesen in Büchern, welche mich inspirieren
  • Spaziergänge in der Natur (wir haben hier neben dem Haus einen sehr schönen Feldweg, welchen ich immer wieder gerne dafür benutze)
  • Tiefgehende Gespräche führen
  • Mich mit Freunden / mit Menschen mit den gleichen Interessen treffen
  • Im Zug schlafen
  • 5min Ferien (auf der Arbeit einfach mal zurücklehnen)
  • Der Natur zuhören (z.B. auf meinem Balkon wie jetzt gerade 😀 )
  • usw…

Ich glaube, dass mein erstes Problem der Lustlosigkeit doch sehr stark damit verknüpft war/ist, weil ich meine Kreativität nicht aufgetankt habe. Deshalb empfehle ich dir es mir gleich zu machen: Wenn du emotional ausgelaugt bist, plan dir eine wöchentliche Zeit ein, in welcher einfach ein Hobby lebst, bei welchem du auftanken kannst! (Der Fokus bei diesem Tipp soll vor allem auf dem Wort „planen“ liegen, welches das „einhalten“ dieser Zeit auch beinhaltet 😉 )

Nun denn! Ich hoffe, dass ich bald wieder ein Thema habe, welches ich ein bisschen vertiefter anschauen und dir davon erzählen kann. Bis dann wünsche ich dir eine kreative Zeit 😀

Angst und Kontrolle

Es ist einmal wieder Zeit für einen Blogeintrag, und was würde sich dafür besser eignen, als etwas, dass mich im Moment sowieso bewegt? Im Gegenzug werdet ihr alle nun ein Opfer meiner Verarbeitung eines Themas, dass mich seit einer Woche immer wieder beschäftigt. Deshalb: Geniesst es in vollen Zügen 😉

Aktuell bin ich dabei das Buch „Kultur der Ehre“ von Danny Silk zu lesen. Ich habe dieses Buch bereits vor etwa zwei Jahren einmal gelesen und war auf Anhieb begeistert! Da ich in meinem Dienst als „Jugendarbeiter“ mich mit dem Aufbau einer guten Kultur beschäftigen will / muss, hat es sich natürlich gut getroffen, dass dieses Buch in diesem Semester auch zu meinen Schulbüchern gehört… Aktuell bin ich auf Seite 100 von 213 und noch mehr begeistert und inspiriert als vor zwei Jahren. Das Kapitel, welches ich gerade lese, heisst „Dearly Loved Children of Light“, oder auf Deutsch „Geliebte Kinder des Lichts“. Dieses Thema ist vom Inhalt her zwar nichts Neues, aber doch eher unbekannt in der heutigen Welt, wie auch in der heutigen Kirche. Ich bin mir auch sicher, dass einige von euch den Kopf schütteln und sagen werden, „Das kann doch gar nicht funktionieren.“ Trotzdem will ich selbst mehr darüber lernen und will euch hier einmal die Grundlagen vorstellen.

Die Welt hungert nach Gerechtigkeit. Immer wieder lesen wir in der Zeitung oder hören im Fernsehen: „Hollywoodsternchen Nr. 1 ist nach Dreharbeiten durchgedreht!“, „Hollywoodsternchen Nr. 1 muss für drei Jahre ins Gefängnis.“, „Hollywoodsternchen Nr. 1 muss doch nicht ins Gefängnis!“, usw… Jeder hat seine eigene Meinung dazu, was denn nun mit Hollywoodsternchen Nr. 1 wirklich passieren soll (einige verleihen dem oft auch gerne Ausdruck während den Pausen auf der Arbeit 😉 ). Jeder hat bereits einen Urteilsspruch gefällt und würde diesen auch gerne am nächsten Morgen in der Zeitung sehen.
Das ist die Geschichte, auf welche ich nun aufbaue.

Der Skandal! Jesus stirbt für die Menschen und plötzlich sagt die Bibel nicht mehr „Auge um Auge“, sondern „Liebe deinen Nächsten“; sie sagt nicht mehr „Wer den Sonntag nicht heiligt, soll sterben“, sondern „Für die, die zu Christus gehören, gibt es keine Verurteilung mehr“. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch kurz erwähnen, dass es sich bei vielen Dingen in diesem Eintrag vor allem auch um die Einstellung von Christen handelt, welche ich persönlich in Frage stelle. Es ist natürlich nicht weiter erstaunlich, dass ich dabei gleichzeitig auch meine eigene Einstellung in Frage stelle, und mich selbst herausfordere 😉 )

Die Frage! Wie kann man den in einer Gesellschaft von Christen leben, welche zwar an Jesus glauben, aber natürlich nicht perfekt sind? Darf man den dort niemanden mehr bestrafen?
Um diese Frage unter ein neues Licht zu stellen (beantworten will ich sie hier nicht), möchte ich eine mögliche Sichtweise auf Strafen, welche aus dem Brechen von Regeln entstehen, aufzeigen. Mein Buch behauptet folgendes (in meinen Worten ausgedrückt):

Wenn Menschen unsere Regeln brechen, dann benötigen wir Strafen, um ihnen zu zeigen, wer den die Autorität hat (wer die „Hosen an hat“ 😉 ). Weshalb müssen wir den jemandem zeigen, dass wir noch die Kontrolle über sie haben? Weil wir Angst vor ihnen haben und nicht wissen, was sie sonst noch tun könnten. Deshalb bestrafen wir sie oder legen ihnen besondere Auflagen vor, an welche sie sich halten müssen, damit sie noch weiter einen Platz in unserem Leben haben können.

Stellt euch einmal vor, euer Partner würde so mit euch umgehen! „Du hast den Müll nicht rausgebracht. Jetzt wasche ich dir deine Wäsche für eine Woche nicht mehr.“, „Du hast mir gestern nicht richtig zugehört und deshalb spreche ich nun zwei Wochen nicht mehr mit dir.“, „Du hast mich heute nicht geküsst. Ich denke nicht, dass ich dir morgen etwas zu essen kochen werde.“ Lächerlich, oder? 😉
Deshalb legt Gott uns diese Regeln auch nicht mehr auf. Seit Jesus ist es nicht mehr länger „Du musst alle meine Gebote und Gesetze einhalten!“, sondern „Du kannst machen was du willst. Aber wenn du mich lieben willst, dann gibt es ganz konkrete und einfache Wege. Befolge meine Gebote, denn sonst verletzt du mich. Wenn du aber trotzdem eines meiner Gebote brichst, dann weisst du, dass ich immer mit offenen Armen dastehe und erwarte, dass du wieder zu mir zurück kommst.“ (eine lange, aber hoffentlich verständliche Erklärung der Sicht Gottes auf uns Menschen 😉 ).

Ich denke nun habe ich das Thema genug aufgebaut. Ich lerne aus der Bibel, dass ich Gott nachahmen sollen. Wenn nun also Gott mich nicht mehr verurteilt und mir keine Sanktionen auferlegt, wieso mache ich das mit anderen Leuten? Meist sogar mit Menschen, die mir eigentlich viel bedeuten? Die Antwort hierauf ist einfach: Ich habe Angst vor ihnen, weil ich sie nicht genug liebe, um ihnen zu vertrauen. Dies ist für mich persönlich eine harte Botschaft, da ich gerade vor ein paar Tagen mit so einer Situation konfrontiert wurde. Gott aber hat keine Angst vor den Menschen, weder vor mir, noch vor dir. Deshalb legt er uns keine Sanktionen auf!

Dies alles hat mich zu ein paar einfachen Gedanken geführt: Wo lasse ich mich von Angst kontrollieren? Wo kontrolliere ich Menschen, weil ich sie nicht wirklich liebe?

Hier meine vermutlich überraschende, aber ganz konkrete Frage an dich: Wo legst du dir selbst Strafen auf, um dir zu beweisen, dass du noch die Kontrolle in deinem Leben hast? Wo hast du verlernt dich zu lieben und dir selbst zu vertrauen?

 

PS: Vielen Dank, dass du dir meinen Verarbeitungs-Blogeintrag angetan hast 😉 Falls du noch Fragen hast, dann kannst du gerne persönlich auf mich zukommen oder mir über das Kontaktformular (welches bis jetzt noch niemand verwendet hat, *sniff* 🙁 ) oben eine Nachricht schicken! Anmerkungen sind auch herzlich willkommen 😀

Ich bin umgezogen!

Vor drei Wochen ist der Blog umgezogen und vor einer Woche bin ich selbst umgezogen! Hier einige Hintergrundinformationen, warum ich umgezogen bin und einige Informationen zu meiner neuen Höhle 😉

Vor rund in einem Jahr haben meine Freunde und ich noch in Bern in einer WG gewohnt. Nach einer sehr eindrucksvollen Zeit im PraiseCamp12 haben wir uns entschieden, dass wir auf Steffisburg ziehen wollen, da wir uns alle in die FEG Steffisburg investieren und dort mehr machen wollten. Also haben wir uns zusammengetan und Gott gefragt, ob wir diesen Umzug vor oder nach meiner Zeit in den USA machen wollen. Wir waren uns einige, dass es noch vor Amerika geschehen sollte und deshalb kündeten wir unsere Wohnung in Bern. Jedoch klappte dann nicht alles genauso, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben auf den Auszugstermin von Ende Mai keine Wohnung gefunden.  „Zufälligerweise“ konnten wir aber für drei Monate ein Haus von Freunden in Uetendorf belagern, da sie mit der Familie für diese Zeit eine Reise unternommen haben. Von dort aus bin ich dann auch Ende Juni nach Amerika abgereist.
Zurück von Amerika bin ich nicht, wie zu Beginn eigentlich gedacht, in eine WG in Steffisburg eingezogen, sondern wieder nach Hause zu meiner Familie. So ging es nicht nur mir, sondern auch meinen zwei WG-Kollegen. Unser Ziel war klar: mindestens eine 5.5 Zimmer-Wohnung in Steffisburg finden, da wir noch einen weiteren Kandidaten für den Zusammenzug gefunden haben. Ende letzten Jahres hat uns ein Freund auf eine WG aufmerksam gemacht, die früher ausziehen wollte, als dies vertraglich möglich war. Wir haben uns mit ihnen in Verbindung gesetzt und schlussendlich die Wohnung erhalten und wir haben sogar noch eine weitere Person gefunden, die mit uns zusammenziehen wollte. Wir sind also nun 5 junge, motivierte Männer, welche sich alle in der FEG Steffisburg investieren und gemeinsam das Leben erleben wollen.

Entgegen unserer Erwartung hat nicht alles so geklappt, wie gewünscht, obwohl wir überzeugt waren, dass Gott uns grünes Licht gegeben hat. Zu der Zeit, welche ich nicht wie erwartet in einer WG sondern zu Hause verbracht habe, muss ich sagen, dass sie enorm wertvoll war für mich. Ich hatte endlich die Möglichkeit mehr in meine Familie zu investieren und auch als Sohn zu wachsen, was ich zuvor für lange Zeit zu stark vernachlässigt habe. Ich denke nicht, dass diese Planänderung ein Zufall war, sondern definitiv von Gott geführt.

Die Wohnung, in welcher wir jetzt wohnen, ist eine 6 Zimmer Maisonette-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen. Kleine Highlights unserer Wohnung sind der Töggelichaschte, der 50″ Fernseher auf der Galerie (inkl. Nintendo 64!!!), die Aussicht und der riesige Luftschutzkeller, der gerade zu einem Bandraum umfunktioniert wird.

Hier noch einige Fotos. Viel Spass beim Anschauen 😉