Gott ist ein Egoist

Ich weiss nicht, ob du dir das schon jemals überlegt hast. Wenn du nichts mit dem Christentum am Hut hast, dann ist dir das vielleicht noch nicht einmal aufgefallen. Wenn ich die Bibel lese, dann habe ich das Gefühl, dass Gott der grösste Egoist ist, den es gibt.

Bereits im zweiten Buch in der Bibel (in 2. Mose 34,14) wird Gott als „der Eifersüchtige“ bezeichnet. Es steht auch im hinteren Teil der Bibel, im 2. Thessalonicherbrief 1,8, dass er wie ein vernichtendes Feuer über diejenigen richten wird, die ihm nicht gehorsam sind. Wie ein kleines Kind macht er kaputt, was nicht nach seinem Willen funktioniert.

Steht das nicht in einem Widerspruch dazu, dass Gott Liebe sein soll (Bibel: 1. Johannes 4,8)? Wenn meine Partnerin egoistisch ist, dann fühle ich mich nicht gerade besonders geliebt. Erst recht nicht, wenn sie mir plötzlich mit einer Strafe droht, falls ich nicht das tue, was sie gerne hätte. Liebe sieht anders aus.

 

Verlassen wir kurz diesen Rahmen, raus aus dem Konflikt von Egoismus und Liebe:
Was wäre, wenn Gott wirklich alles weiss, über alles die Macht hat, und sich wünschen würde, dass es uns gut geht? Oder noch einfacher: Was wäre, wenn ich als Vater genau weiss, dass es für mein Kind das Beste ist in meiner Nähe zu bleiben, wo es meine Stimme hören kann? Zum Beispiel in einer gefährlichen Situation, welche mein Kind nicht einschätzen kann. Ich würde von meinem Kind verlangen, dass es auf jede meiner Anweisungen hört.

Deshalb, noch einmal: Was wäre, wenn Gott wirklich alles weiss, über alles die Macht hat, und sich wünschen würde, dass es uns gut geht? Er würde von dir und von mir verlangen, dass wir genau auf seine Stimme hören. Besonders dann, wenn wir uns in einer Situation aufhalten, welche gefährlich ist. Und lass uns ehrlich zu uns selbst sein: Die Welt ist kein sicherer Ort. Es gibt Krankheit, Mord, Betrug, Hass, und vieles mehr wovor wir uns nicht verstecken können. Wir brauchen Schutz und den will Gott uns in diesen und auch in allen anderen Dingen geben.

 

Schluss mit dem Exkurs, zurück zu unserem egoistischen Gott. Es scheint also möglich zu sein, dass er unseren Gehorsam will, nicht um seinetwillen, sondern um unseretwillen.  Gott zu gehorchen bedeutet nicht nur, ihn zu lieben und uns selbst zu vernachlässigen. Indem du Gott gehorsam bist, liebst du auch dich selbst. Und da Gott nicht nur dich, sondern zum Glück auch mich liebt, wird sein egoistischer Wunsch nach deinem Gehorsam mir sicher nicht schaden. Im Gegenteil: In deinem Gehorsam Gott gegenüber liebst du dann nicht nur Gott und dich selbst, sondern auch mich und alle deine Mitmenschen!

Dreht sich Gottes Eifersucht und Egoismus deshalb um ihn selbst? Ich denke du kennst die Antwort: Es dreht sich um dich, um mich, und schlussendlich auch um ihn.

Solltest du dich jetzt darauf fokussieren, immer gehorsam zu sein? Das wäre ein guter Ansatz, aber leider ist das nicht möglich. Die Regeln sind zu eng gesteckt. Ich selbst mache immer wieder Fehltritte, in welchen ich den Rahmen missachte, welchen Gott mir gegeben hat. Was geschieht in solchen Momenten? Ich höre auf, Gott, mich selbst und andere zu lieben. Was geschieht dort, wo keine Liebe ist? Wir verletzen einander.

Gott wäre aber nicht Gott, wenn er dafür nicht eine Lösung bereithält. Schliesslich hat er ja Ahnung von Alles und auch die entsprechende Kraft dazu. Seine Antwort an uns hat er durch Jesus geschickt, wie in der Bibel beschrieben. Dieser Jesus soll derjenige sein, der diese Momente heilen lässt, in welchen wir aus der Liebe hinaustreten und andere verletzen. Und wieso hat Gott dies getan? Damit wir auch wieder motiviert sind, ihm gehorsam zu sein. Seine egoistische Natur schlägt auch hier wieder durch.

Lass mich dir zum Schluss aber noch eine Frage stellen: Was machst du, wenn du nicht liebst, dich selbst oder andere verletzt? Ob gläubig oder nicht, ich denke, dass du dich nach Wiederherstellung sehnst. Und vielleicht musst du auch zugeben, dass der Egoismus Gottes (falls es ihn wirklich geben soll) sein grösster Ausdruck der Liebe uns gegenüber ist. Denn dadurch wurde uns ermöglicht, dass wir Wiederherstellung erleben.

Update und Frage der Identität

Die Erfahrung hat gezeigt, dass meine Motivation ein wenig leichter verloren geht, wenn ich mir vornehme, nur lange Blogeinträge zu schreiben. Der letzte Eintrag hat ein wenig gezeigt, was passiert, wenn ich einfach über ein Thema schreibe, welches mich einmal bewegt hat, aber im Moment gerade nicht besonders aktuell ist: es wird ein wenig verworren und nicht zielgerichtet.

Deshalb: Lange Einträge gibt es nun vor allem dann, wenn mich gerade etwas persönlich beschäftigt, oder wenn meine Kreativität in einem solchen Überfluss fliesst, dass ich gleich eine halbe Stunde am Schreiben bin.

 

Nun zum heutigen Beitrag… Dieser entsteht ein wenig aus dem, was mich gerade in meinem Glauben bewegt, wird aber zum Teil vermutlich auch einige nicht fertiggedachte Inhalte beinhalten. Wir werden sehen.

Die Bibel sagt in 1. Johannes 4,19 „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Hier will ich mich vor allem auf den zweiten Teil des Verses konzentrieren. Gott hat uns geliebt, bevor wir auch erst wussten, was Liebe ist. Es verhält sich so, wie im Idealfall bei Vater und Kind: Ein Neugeborenes weiss noch nicht was Liebe ist und trotzdem ist es vom Vater geliebt. Muss nun das Kind die Liebe des Vaters beim Älterwerden plötzlich durch Leistungen verdienen? Ich denke nicht. Der Vater wünscht sich aber, Teil des Lebens des Kindes zu sein. Er interessiert sich für das Kind und auch für eine Beziehung mit ihm.

Ich denke, dass es sich mit Gott gleich verhält. Gott liebt die Menschen nicht aufgrund ihrer Leistungen. In Psalm 40,6 schreibt der Psalmist: „Du hast keine Freude an Opfern und Gaben.“ Und trotzdem ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, wie ich mich selbst an Leistungen messe. Das kann ganz harmlos anfangen mit dem Vorbereiten eines Inputs, wo ich dann schlussendlich plötzlich bemerke: es geht mir gar nicht darum, das mit meinem himmlischen Vater zu tun, sondern vor den Menschen zu brillieren.

Gottes Vaterschaft wird oft in der Bibel gezeigt. In Johannes 1,12 steht: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ Wenn ich also an ihn glaube, dann kann ich mich auf ihn als Vater verlassen. Ich bin sein Sohn. Als Vater verlangt er nicht von mir, dass ich gewisse Sanktionen einhalte und ihm meinen Tribut abliefere, damit ich weiterhin sein Sohn sein darf. Er wünscht sich einfach, dass er Teil von unserem Leben ist und wir mit ihm eine Freundschaft pflegen, wie man sich eine Beziehung zwischen Vater und Sohn eigentlich wünscht. Meine Identität definiert sich nicht über das, was ich sage und tue, sondern was er über mich sagt und in meinem Leben macht.

Heisst das jetzt, dass ich mir Gedanken mache, einfach nichts mehr zu machen, weil ich mich so selbstsicher fühle bei Gott? Vermutlich nicht. Oder ganz bestimmt nicht! Hier ist nämlich mein Problem zu Hause: Ich habe diese Sohnschaft, in welcher ich durch meinen Glauben an ihn eigentlich leben sollte, noch nicht wirklich ergriffen. Die gewünschte Selbstsicherheit in diesem Bewusstsein ist in mir noch nicht vorhanden, auch wenn es manchmal trotzdem diesen Anschein macht: Ich bin sicher noch nicht angekommen. Aber ich bin auf dem Weg und verfolge ein Ziel.

Jetzt habe ich eine der Fragen, welche ich aufgeworfen habe, nur kläglich beantwortet: Was mache ich nun, mit all den Dingen, in denen ich merke, dass ich sie nicht mit ihm, sondern einfach für mich selbst mache? Gewissensberuhigung sozusagen. Gewisse dieser „Beruhiger“ muss ich sicher ablegen, was ein wenig Vorarbeit verlangt, da ich meine Mitmenschen nicht einfach hängen lassen will. An anderen Dingen will ich aber dranbleiben und dafür kämpfen, dass ich wieder mit Gott zusammenarbeite und meine Beziehung zu ihm eine zentrale Stelle einnehmen kann.

Im Endeffekt bin ich davon überzeugt, dass eine gesunde Beziehung mit Gott auch exzellente Arbeitsresultate mit sich bringt. Ja von aussen mögen der Weg und das Ziel sogar genau gleich scheinen! Aber innerlich spielt sich eine andere Geschichte ab, welche sich dann auch in meinen Beziehungen zu meinen Mitmenschen, zu meiner Arbeit und zu Gott wiederspiegeln wird.

Wenn du also bereits mit diesem Gott unterwegs bist, dann fordere ich dich heraus, dir selber die Frage zu stellen, für wen du deine Arbeit tust! Tust du sie, um dein Gewissen zu beruhigen? Vielleicht, um Anerkennung von deinen Mitmenschen zu erlangen? Aus dem Bewusstsein hinaus, dass du als Christ auch etwas für Gott tun musst? Oder leistest du deinen Einsatz auf der Arbeit oder in der Gemeinde mit Gott zusammen, indem du ihn immer wieder Anteil haben lässt, ihm zuhörst und deine Sorgen aussprichst, oder einfach zwischendurch eine Auszeit nimmst, um dich wieder mit seinem Frieden füllen zu lassen?

Falls du diesen Gott noch nicht auf diese Art kennst und eigentlich gerne mehr über Gott als Vater lernen möchtest, dann melde dich bei mir und ich werde mir gerne einmal ein wenig Zeit nehmen, um bei einem Essen oder einem Kaffee zu hören, was für Fragen du zu Gott hast! Sei einfach gewarnt: Ich weiss bei weitem nicht alle Antworten! Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich wünsche mir aber, dass du Gott besser kennen lernen kannst. Für mich ist er mein bester Freund geworden und er fasziniert mich immer wieder neu.

PS: Nun ist doch wieder ein langer Eintrag entstanden…

Kiffen macht gleichgültig…

…Mir doch egal!

Diesen Witz hat mir vor kurzem ein Freund erzählt. Interessanterweise kann ich bei dieser Aussage sehr gut mitreden. Nicht etwa, weil ich kiffe, sondern schon viel eher, weil ich oft eine Gleichgültigkeit in meinem Leben entdecke. Um genau zu sein, sehe ich diese Gleichgültigkeit nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Menschen. Deshalb lohnt es sich auch, dieses Thema anzuschneiden.

Gleichgültigkeit (auch Indifferenz) bezeichnet einen Wesenszug des Menschen, welcher Gegebenheiten und Ereignisse hinnimmt, ohne diese zu werten, sich dafür zu interessieren, sich ein moralisches Urteil darüber zu bilden oder handelnd aktiv zu werden, um diese zu ändern.“ – Wikipedia (26. Juli 2014)

Bei Gleichgültigkeit handelt es sich nicht um Ignoranz, sondern darum eine Information zu erfassen und diese ohne weitere Gedanken zu speichern und abzuhaken. Wenn ich zum Beispiel das Thema Geld erwähne, dann hat sicher jeder einen Bezug dazu und kann mir viele Dinge dazu erzählen. Wenn ich dann aber zum Beispiel das Thema Menschenhandel erwähne, dann weiss vermutlich nur eine Minderheit etwas dazu zu sagen. Trotzdem betrifft es uns alle: es wird auch in der Schweiz Menschenhandel betrieben und viele der pornographischen Inhalte auf dem Internet haben Darsteller, welche durch den Menschenhandel in dieses Geschäft gelangt sind. Nun, das Thema soll nicht Menschenhandel sein, sondern dieses Beispiel soll helfen etwas zu veranschaulichen.

Oft geschehen Dinge um uns herum, welche uns nur wenig bewegen, aber uns vermutlich mehr berühren sollten. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich diese Sätze über den Menschenhandel ziemlich nüchtern behandeln konnte. Wenn ich es aber genau überlege und einmal auch nur kurz hinschaue, dann bemerke ich, dass Menschen wie Ware behandelt werden, zum Teil werden sie gefoltert, gehalten wie Tiere, aus ihrem Land mit einem „Jobangebot“ in ein wohlhabendes Land gelockt und dort verkauft. Deshalb frage ich mich: Sollte mich das wirklich gar nicht bewegen?

Bevor ich aber weiter eintauche, möchte ich auch die positive Seite erwähnen, welche die Gleichgültigkeit hat. Ich denke nicht, dass dieser Begriff unbedingt nur negativ behaftet sein muss. Es kann uns zum Beispiel enorm auf die Psyche schlagen, wenn wir alles an unser Herz heranlassen. Wir müssen uns gewissermassen vor der Informationsflut und dem damit verbundenen emotionalen Aufwand schützen. Das ist nicht falsch und in der heutigen Zeit vermutlich sogar notwendig.

Zurück zu der negativen Seite. Da ich meist nicht einfach ein Thema in mir wälze und nach ein-, zwei Tagen wieder abschliesse, habe ich schon mit verschiedenen Personen darüber gesprochen. An meinem Geburtstag zum Beispiel war das Thema, vereinfacht formuliert, „Lehrlinge in unserem Arbeitsumfeld“. Die Aussage war, „Der Lehrling interessiert sich gar nicht dafür einen guten Job zu machen. Er denkt nicht selbständig und es muss ihm immer alles gesagt werden.“ Es ist anscheinend für den Lehrling kein Thema beruflichen Erfolg zu haben. Dies mag in gewissen Kulturen funktionieren, aber nicht bei uns in der Schweiz. Wer nicht leistet, verliert seine soziale Stellung. Dies scheint aber nicht ganz registriert zu sein beim Lehrling.

Die Frage ist natürlich, woher kommt diese „Ist mir egal“-Einstellung? Ich denke, dass es zu einem Grossteil mit der Erziehung zusammenhängt. Wenn die Eltern kulturell wichtige Werte nicht prägen, dann wird das Leben auch nicht davon bestimmt werden. Aber das ist nur die offensichtliche Seite, die Seite, welche wir als Erklärung nutzen können, für Kinder welche „vom Fernseher“ erzogen wurden oder auch sonst keine tolle Erziehung erleben durften.

Die zweite, weniger auffällige Seite ist, dass man gewissen Dingen gegenüber abgehärtet ist, oder dass gewisse Dinge kulturell akzeptierter sind. Ich persönlich vertrete zum Beispiel die Ansicht, dass regelmässiger Konsum von Pornographie unsere Gedanken verstümmelt und wir in Beziehungen gewisse Werte verdreht sehen. Stichworte sind zum Beispiel: Intimität, eine Beziehung reparieren, gute Freundschaften zum anderen Geschlecht ohne regelmässige Hintergedanken pflegen, etc.  Aber Pornographiekonsum ist quer durchs Band überall anzutreffen (ob nun inner- oder ausserhalb der Kirche). Wenn nun meine Liste von Stichworten wirklich etwas zu bedeuten hat, dann haben wir hier ein kulturell akzeptiertes Problem, welches gar nicht mehr als solches identifiziert wird. Falls meine Argumentation nicht stimmt, dann freut euch! Die Gesellschaft spiegelt aber in der Regel etwas anderes wieder.

Wenn wir zurück auf den Menschenhandel schauen, dann existieren aber auch Probleme, welche schlicht und einfach von vielen Menschen nicht thematisiert werden. Die Politik und die Wirtschaft müssen sich darum kümmern, dass das Geld in unserem Land bewegt wird, sie haben keine Zeit für andere Themen. Der Unterhaltungssektor kann zum Teil sogar vom Menschenhandel profitieren! Und von den Familien ist das Problem so weit entfernt, dass es sowieso nur in Thailand ein Thema ist (wo es wirklich ein riesiges Problem ist!). Die ganze Gesellschaft ist hier einem Thema gegenüber gleichgültig geworden und wir haben uns dem Trend angepasst.

Fazit: Wir haben in unserem Leben Dinge, welche uns nicht bewegen und das ist auch gut so. Oftmals bewegen uns Dinge aber auch nicht, wenn sie es trotzdem sollten. Die Folge davon ist, dass die Gesellschaft schleichend mit Werten geprägt wird, welche auf uns persönlich, auf unser Umfeld und auch auf Menschen ausserhalb unserer Kultur negative Auswirkungen haben.

Gibt es Dinge in deinem Leben, wo du eventuell mehr hinschauen solltest? Denn du kannst mit deinem Verhalten trotz allem negativen Wandel einen positiven Einfluss auf deine Umgebung nehmen. Wo gibt es Gleichgültigkeit in deinem Leben? Bist du bereit diese zu suchen, oder ist dir das einfach „egal“? 😉

Budumm, budumm… Budumm, budumm…

Das Herz ist für uns das wohl wichtigste Organ (mal ganz abgesehen vom Hirn, der Lung, dem Magen, der Nieren, dem Darm, etc…). Es pumpt das Blut durch unseren ganzen Körper, welcher dadurch mit entsprechenden Nährstoffen versorgt wird.

Das Herz ist aber auch ein Zeichen, welches vielmals für die Liebe verwendet wird. Wenn jemand das Wort ‘Herz’ sagt, dann haben wohl die wenigsten von uns das Bild des Organs vor Augen, sondern ein rotes Objekt, aufgebaut aus einem Dreieck und zwei Halbkreisen.

Im Rahmen meines Studiums hatte ich die grossartige Möglichkeit ein wenig zu erforschen, was den das Herz in einer anderen Kultur bedeutet. Dabei handelt es sich um das Herz im hebräischen Sinn.

Hier ein Auszug aus einer Arbeit, welche ich geschrieben habe:

„Das Wort kardia ist das griechische Wort für Herz. Es ist das körperliche Organ und dadurch Sitz der Kraft und des leiblichen Lebens. Gleichzeitig wird es aber auch als die Mitte des geistig-seelischen Lebens bezeichnet, welches es als Ort der Empfindungen, Sitz des Verstandes und der Erkenntnis, und als Ort des freien Willens kennzeichnet (vgl. Sorg 1993: 681). Weiter schreibt Sorg über das Herz (1993: 682): ‘Seine zentrale Bedeutung gewinnt καρδίᾳ [kardia] im NT, wenn es dort auftaucht, wo die Stellung des Menschen vor Gott zur Sprache kommt. καρδίᾳ [kardia] ist die Stelle im Menschen, an die sich Gott wendet. Sie ist der Ort des Zweifels und der Verstockung, wie auch des Glaubens und des Gehorsams.’. Laut Sand (1992: 616) ‘kommt ἐκ καρδίᾳ [aus dem Herzen] die Kraft des Glaubens […]’.“

Was will ich denn nun mit diesem mehr oder weniger interessanten anatomischen / psychologischen Text denn nun genau? In meinem Beitrag Eine Frage der Ehre habe ich geschrieben, dass wir uns alle nach Anerkennung ausstrecken. Ich denke dass dieses Thema hier einen grossen Zusammenhang damit hat. Wir wollen nicht nur anerkannt werden, für das was wir machen, sondern auch dafür, wer wir sind.

Der Wunsch für Anerkennung unserer Person ist ein Wunsch danach, dass unser Herz von jemandem verstanden wird. Da das Wort „Herz“ aber von uns als Organ oder geometrische Figur wahrgenommen wird, möchte ich meine Gedanken aus meiner Arbeit hier ein wenig auf ein normales Deutsch übersetzen und darlegen.

Um ein Herz zu verstehen, müssen wir verstehen, dass…

  • …unsere Mitmenschen Lebewesen mit einem leiblichen Körper sind. Wer müde ist oder Hunger hat möchte eventuell nicht einen Marathon bestreiten.
  • …die geistig-seelische Tiefe einer Person erkannt werden muss. Oberflächlichkeit ist ein Wort, welches hier ein ausgeprägtes Gegenteil darstellt.
  • …das Gegenüber Gefühle hat. Wir müssen entsprechend auf diese reagieren, zweitweise auch unabhängig von unserer persönlichen Meinung.
  • …andere auch etwas wissen und deshalb auch ein Recht haben, ihre Meinung zu äussern.
  • …wir den freien Willen anderer akzeptieren müssen. Dies soll nicht heissen, dass wir alle Handlungen gutheissen, sondern dass wir es anderen auch zutrauen selbst Entscheidungen zu treffen.
  • …hier über Gehorsam oder Ungehorsam entschieden wird. Wenn sich jemand falsch verhaltet, dann hat er dies in seinem Herzen entschlossen und dann danach gehandelt. Die Wurzeln sind im Herzen meist verstrickt in all den anderen Punkten dieser Liste; die Handlung ist nur noch als Baumwipfel zu erkennen.
  • …die Kraft des Glaubens hier entspringt. Der Glauben durch das genährt, was im Herzen ist.

Ich bin begeistert von all diesen Punkten, muss aber sagen, dass es doch nicht gerade einfach ist, all diese Dinge wirklich zu verstehen und immer daran zu denken. Aber ich möchte niemanden einfach so in diese Aufgabe hineinschicken, ohne den entsprechenden Schlüssel preiszugeben. Leider ist er nur ziemlich teuer zu erkaufen, aber die Investition ist es absolut wert. Die Rede ist von Zeit. Unser wahrscheinlich wertvollstes Gut.

Bist du bereit, diesen Preis zu zahlen?

Einen Menschen zu haben, von dem man verstanden wird, ist enorm wertvoll. Wenn sich beide das Herz des anderen verstehen, dann ist das noch viel wertvoller, denn dies bedeutet, einen Freund fürs Leben gefunden zu haben. Eine solche Beziehung ist durch nichts zu ersetzen.

Der Weg des geringsten Widerstandes

Letzte Woche habe ich leider ganz vergessen, einen Eintrag zu machen… Deshalb nun hier eine verspätete Lieferung 😉

Vielmals finde ich mich selbst in Situationen, in welchen ich mich frage: „Was sollte ich hier jetzt wohl machen, damit ich das tue, was Gott will?“ Ich bin mir sicher, dass das eine Frage ist, welche sich viele Christen auch immer wieder stellen. Dies kann ich vor allem auch deshalb sagen, weil ich diese Frage auch ab und zu selbst gestellt bekomme. Wer mir diese Frage in letzter Zeit gestellt hat, weiss auch, welche Gegenfrage ich umgehende stelle: „Hast du denn Gott schon gefragt?“ Dies tue ich nicht, weil ich zu faul bin, um mich mit der Frage meines Gegenübers zu beschäftigen, sondern viel mehr, weil es der erste logische Schritt ist. Wenn wir wissen wollen, was der Wille / die Meinung eines Freundes zu einem bestimmten Thema ist, dann fragen wir ihn einfach…

Ich möchte aber vielmehr darauf eingehen, was ist, wenn man sich nicht sicher ist, was Gott gerne sagen möchte oder wenn schlicht und einfach keine Antwort zu kommen scheint. Als erstes ist es wichtig zu verstehen, dass der Stillstand keine Option ist. Stillstand wird niemandem zu einem Wachstum führen, sondern viel mehr zu einer Abnahme.
„Heisst das jetzt, dass ich tun soll, was immer ich will?“ Ziemlich genau das heisst es. Es gibt aber ein bis zwei Spielregeln, welche man einhalten sollte, wenn man mit Gott unterwegs sein will. Diese Spielregeln sind wie folgt:

  1. Es muss in Übereinstimmung mit der Bibel sein.
  2. Du musst einen inneren Frieden über deinen Schritt haben.

Erfahrungsgemäss wird Punkt zwei gerne Missverstanden. Den inneren Frieden haben bedeutet nicht, dass man nur die Dinge tut, welche man gerne macht. Manchmal bedeutet es auch ein wenig Arbeit und Anstrengung. Aber dabei darf man sich nicht unwohl fühlen. Dieses Gefühl zeigt uns meist, dass wir uns auf einem Weg befinden, der nicht ganz zu uns passt und wir können uns hier auch getrost einmal auf ein Bauchgefühl verlassen.

Nun, wieso habe ich die Überschrift „Der Weg des geringsten Widerstandes“ gewählt? Weil ich überzeugt bin, dass ein Leben mit Gott unsere inneren Widerstände lösen wird. Es gibt nach wie vor Probleme, welchen wir begegnen, wie etwa Mitte Monat bemerken, dass kein Geld mehr auf dem Konto ist, aber Gott will uns den inneren Frieden schenken. Ich bin deshalb auch sicher, dass wichtige Entscheidungen auch getrost einmal ohne ein übernatürliches Zeichen getroffen werden können.

Und falls doch alle Stricke reissen würden: Gott ist grösser als alle Probleme, welche wir uns einhandeln können! Er wird uns nicht fallen lassen.

Isch das alls?

Ich besuche wöchentlich meine Urgrossmutter, welche nun schon stolze 95 Jahre alt ist. Während meinem heutigen Besuch hat sie mich auf die Idee für diesen Eintrag gebracht. Während wir so miteinander sprachen, sagte sie, „Es ist doch kaum vorstellbar. Da müht man sich ein ganzes Leben lang ab, um am Schluss dann doch nur in einer Holzkiste zu enden.“ Irgendwo muss ich sagen, dass sie durchaus Recht hat…

Wieso interessieren wir uns eigentlich dafür, welche neuen Funktionen das neue iPhone haben wird, wie wird das nächste Fussballspiel ausgehen oder ob das Migros mein Lieblingsbrot fünf Minuten vor Ladenschluss noch im Sortiment hat? Diese Dinge sind uns oft wichtig, aber in ein paar Jahren werden wir darauf zurückschauen und uns fragen, „Wieso war mir eine Antwort auf diese Frage so wichtig?“ Aber im Moment der Frage scheint uns diese überaus wichtig zu sein.

Ich bin der Meinung, der Punkt ist dieser: Die Frage ist nicht richtig gestellt. Es geht im Endeffekt nicht um die neue Funktion, das Endresultat, oder das Lieblingsbrot. Es geht darum, was wir darin finden: Entdeckung, Spannung, Freude, Genuss. Wir kamen mit nichts auf die Welt und werden diese auch wieder mit nichts verlassen. Dabei ist aber eines wichtig: Dass wir das Leben in Fülle leben können!

Interessanterweise funktioniert das mit der Fülle aber nicht wirklich. Immer wieder treffen wir Menschen an, welchen es schlecht geht, süchtig sind oder sich in ihrer Arbeit verlieren. Wieso finden wir nicht, was wir suchen, wenn wir doch unser ganzes Leben in diese Suche investieren? Alles dreht sich darum, die Fülle zu finden. Jeder weiss, dass dies das Ziel sein muss, aber scheinbar kennt niemand den Weg oder will uns diesen nicht zeigen.

Jesus sagt im Johannes 14,6: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Und im Johannes 10:10 sagt er: Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.

Jesus ist gekommen um uns Überfluss zu bringen. Überfluss ist mehr als Fülle. Ich bin überzeugt, dass Jesus das Ziel unserer Suche ist, denn er ist der Schöpfer dieser Welt und in ihm finden wir uns Alles.

Wie steht es mit dir? Lebst du ein Leben in Fülle und sogar darüber hinaus?