Update und Frage der Identität

Die Erfahrung hat gezeigt, dass meine Motivation ein wenig leichter verloren geht, wenn ich mir vornehme, nur lange Blogeinträge zu schreiben. Der letzte Eintrag hat ein wenig gezeigt, was passiert, wenn ich einfach über ein Thema schreibe, welches mich einmal bewegt hat, aber im Moment gerade nicht besonders aktuell ist: es wird ein wenig verworren und nicht zielgerichtet.

Deshalb: Lange Einträge gibt es nun vor allem dann, wenn mich gerade etwas persönlich beschäftigt, oder wenn meine Kreativität in einem solchen Überfluss fliesst, dass ich gleich eine halbe Stunde am Schreiben bin.

 

Nun zum heutigen Beitrag… Dieser entsteht ein wenig aus dem, was mich gerade in meinem Glauben bewegt, wird aber zum Teil vermutlich auch einige nicht fertiggedachte Inhalte beinhalten. Wir werden sehen.

Die Bibel sagt in 1. Johannes 4,19 „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Hier will ich mich vor allem auf den zweiten Teil des Verses konzentrieren. Gott hat uns geliebt, bevor wir auch erst wussten, was Liebe ist. Es verhält sich so, wie im Idealfall bei Vater und Kind: Ein Neugeborenes weiss noch nicht was Liebe ist und trotzdem ist es vom Vater geliebt. Muss nun das Kind die Liebe des Vaters beim Älterwerden plötzlich durch Leistungen verdienen? Ich denke nicht. Der Vater wünscht sich aber, Teil des Lebens des Kindes zu sein. Er interessiert sich für das Kind und auch für eine Beziehung mit ihm.

Ich denke, dass es sich mit Gott gleich verhält. Gott liebt die Menschen nicht aufgrund ihrer Leistungen. In Psalm 40,6 schreibt der Psalmist: „Du hast keine Freude an Opfern und Gaben.“ Und trotzdem ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, wie ich mich selbst an Leistungen messe. Das kann ganz harmlos anfangen mit dem Vorbereiten eines Inputs, wo ich dann schlussendlich plötzlich bemerke: es geht mir gar nicht darum, das mit meinem himmlischen Vater zu tun, sondern vor den Menschen zu brillieren.

Gottes Vaterschaft wird oft in der Bibel gezeigt. In Johannes 1,12 steht: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ Wenn ich also an ihn glaube, dann kann ich mich auf ihn als Vater verlassen. Ich bin sein Sohn. Als Vater verlangt er nicht von mir, dass ich gewisse Sanktionen einhalte und ihm meinen Tribut abliefere, damit ich weiterhin sein Sohn sein darf. Er wünscht sich einfach, dass er Teil von unserem Leben ist und wir mit ihm eine Freundschaft pflegen, wie man sich eine Beziehung zwischen Vater und Sohn eigentlich wünscht. Meine Identität definiert sich nicht über das, was ich sage und tue, sondern was er über mich sagt und in meinem Leben macht.

Heisst das jetzt, dass ich mir Gedanken mache, einfach nichts mehr zu machen, weil ich mich so selbstsicher fühle bei Gott? Vermutlich nicht. Oder ganz bestimmt nicht! Hier ist nämlich mein Problem zu Hause: Ich habe diese Sohnschaft, in welcher ich durch meinen Glauben an ihn eigentlich leben sollte, noch nicht wirklich ergriffen. Die gewünschte Selbstsicherheit in diesem Bewusstsein ist in mir noch nicht vorhanden, auch wenn es manchmal trotzdem diesen Anschein macht: Ich bin sicher noch nicht angekommen. Aber ich bin auf dem Weg und verfolge ein Ziel.

Jetzt habe ich eine der Fragen, welche ich aufgeworfen habe, nur kläglich beantwortet: Was mache ich nun, mit all den Dingen, in denen ich merke, dass ich sie nicht mit ihm, sondern einfach für mich selbst mache? Gewissensberuhigung sozusagen. Gewisse dieser „Beruhiger“ muss ich sicher ablegen, was ein wenig Vorarbeit verlangt, da ich meine Mitmenschen nicht einfach hängen lassen will. An anderen Dingen will ich aber dranbleiben und dafür kämpfen, dass ich wieder mit Gott zusammenarbeite und meine Beziehung zu ihm eine zentrale Stelle einnehmen kann.

Im Endeffekt bin ich davon überzeugt, dass eine gesunde Beziehung mit Gott auch exzellente Arbeitsresultate mit sich bringt. Ja von aussen mögen der Weg und das Ziel sogar genau gleich scheinen! Aber innerlich spielt sich eine andere Geschichte ab, welche sich dann auch in meinen Beziehungen zu meinen Mitmenschen, zu meiner Arbeit und zu Gott wiederspiegeln wird.

Wenn du also bereits mit diesem Gott unterwegs bist, dann fordere ich dich heraus, dir selber die Frage zu stellen, für wen du deine Arbeit tust! Tust du sie, um dein Gewissen zu beruhigen? Vielleicht, um Anerkennung von deinen Mitmenschen zu erlangen? Aus dem Bewusstsein hinaus, dass du als Christ auch etwas für Gott tun musst? Oder leistest du deinen Einsatz auf der Arbeit oder in der Gemeinde mit Gott zusammen, indem du ihn immer wieder Anteil haben lässt, ihm zuhörst und deine Sorgen aussprichst, oder einfach zwischendurch eine Auszeit nimmst, um dich wieder mit seinem Frieden füllen zu lassen?

Falls du diesen Gott noch nicht auf diese Art kennst und eigentlich gerne mehr über Gott als Vater lernen möchtest, dann melde dich bei mir und ich werde mir gerne einmal ein wenig Zeit nehmen, um bei einem Essen oder einem Kaffee zu hören, was für Fragen du zu Gott hast! Sei einfach gewarnt: Ich weiss bei weitem nicht alle Antworten! Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich wünsche mir aber, dass du Gott besser kennen lernen kannst. Für mich ist er mein bester Freund geworden und er fasziniert mich immer wieder neu.

PS: Nun ist doch wieder ein langer Eintrag entstanden…

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