Den Moment geniessen

Definition von Frieden nach meinem Verständnis: Nichts fehlt und nichts ist zerbrochen.

Kürzlich habe ich mich mit einem guten Freund über einen Pastor unterhalten, welcher stets voller Friede zu sein scheint. Dieser Pastor strahlt eine gewisse Souveränität aus und man fühlt sich bei ihm sicher und zu Hause. Ich habe mich gefragt, was wohl der Grund für diesen Frieden sein könnte. Ich bin dabei zu einem Schluss gekommen, welchen mein Freund und ich doch für sehr realistisch gehalten haben. Bevor ich diesen erläutere, will ich aber auf die zwei Gedanken eingehen, welche zu meiner Aussage geführt haben.

Wenn ich meinen Alltag anschaue, dann beeinflussen zwei Dinge meine Gegenwart am meisten: meine Vergangenheit und meine Sicht von der Zukunft.

Die Vergangenheit ist etwas von den wenigen Dingen, was wir nicht verändern können. Deshalb ist sie auch die grösste Quelle von Bedauern. Für viele wird dieses Bedauern zu einem Gefängnis, welches sie gefangen hält in dem, was sein könnte und dem was nicht ist. Was aber darin noch schlimmer ist, dass dieses Gefängnis eine offene Türe hat, welche vergessen geht, wenn man zu lange drin ist! Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, aber wir können alles daran setzen, dass die Gegenwart nicht so endet, wie unsere Vergangenheit.

Der zweite Aspekt ist meine Sicht von der Zukunft. Noch mehr Gefahren als die Vergangenheit birgt die Zukunft. Denn da kann alles, was noch nicht geschehen ist noch geschehen. Gutes, aber auch Schlechtes. Wenn wir uns nun vor dieser fürchten, dann verlässt uns unser Friede und was zurückbleibt ist Angst und Stress.

So, nun endlich zu meiner Aussage, welche ich zu dem erwähnten Pastor gemacht habe: Ich denke, dass er weder Reue über seine Vergangenheit hat, noch Angst vor der Zukunft.

Zu was führt eine solche Herzenshaltung? Wenn wir weder von der Vergangenheit gefangen sind, noch unsere Gedanken an die Zukunft verlieren, dann gibt es nur einen Ort, wo wir uns wiederfinden können: in der Gegenwart. Und es ist die Gegenwart, in welcher sich unser Leben abspielt. In der Gegenwart können wir unseren Freunden begegnen, neue Dinge lernen, essen, trinken, schlafen, die Welt verändern.

Ich darf immer wieder diese Momente des Friedens erleben und bin überzeugt, dass die Gegenwart immer am schönsten ist. Jetzt. Und auch jetzt. Und auch weiterhin…

Wie kannst du die Vergangenheit aufräumen und deine Sorgen über die Zukunft ablegen? Die Vergangenheit kannst du zum Beispiel mit einem Seelsorger aufarbeiten und deine Sorgen kannst du mit allen möglichen Versicherungen und finanziellen Sicherheiten mindern.

Wenn du aber bemerkst, dass das für dich keinen Frieden bewirkt, dann kann ich dir eine Beziehung mit Jesus nahe ans Herz legen! Er liebt es, dich wiederherzustellen und dir deine Verluste aus der Vergangenheit zurückzugeben. Dies mag nicht immer genau so aussehen, wie du es dir wünschst, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es noch immer meine Erwartungen übertroffen hat. Er ist es auch, der deine Sorgen tragen und deine Sicherheit sein will. Für mich persönlich übertrifft meine Beziehung mit Jesus alles, was ich sonst kenne oder auch von anderen höre. Es ist jedoch deine Entscheidung. (Unverbindliche Preisempfehlung: Dein Bedauern, deine Sorgen, und deine Ängste gegen Friede der alles Verständnis übersteigt.)

Angst und Kontrolle

Es ist einmal wieder Zeit für einen Blogeintrag, und was würde sich dafür besser eignen, als etwas, dass mich im Moment sowieso bewegt? Im Gegenzug werdet ihr alle nun ein Opfer meiner Verarbeitung eines Themas, dass mich seit einer Woche immer wieder beschäftigt. Deshalb: Geniesst es in vollen Zügen 😉

Aktuell bin ich dabei das Buch „Kultur der Ehre“ von Danny Silk zu lesen. Ich habe dieses Buch bereits vor etwa zwei Jahren einmal gelesen und war auf Anhieb begeistert! Da ich in meinem Dienst als „Jugendarbeiter“ mich mit dem Aufbau einer guten Kultur beschäftigen will / muss, hat es sich natürlich gut getroffen, dass dieses Buch in diesem Semester auch zu meinen Schulbüchern gehört… Aktuell bin ich auf Seite 100 von 213 und noch mehr begeistert und inspiriert als vor zwei Jahren. Das Kapitel, welches ich gerade lese, heisst „Dearly Loved Children of Light“, oder auf Deutsch „Geliebte Kinder des Lichts“. Dieses Thema ist vom Inhalt her zwar nichts Neues, aber doch eher unbekannt in der heutigen Welt, wie auch in der heutigen Kirche. Ich bin mir auch sicher, dass einige von euch den Kopf schütteln und sagen werden, „Das kann doch gar nicht funktionieren.“ Trotzdem will ich selbst mehr darüber lernen und will euch hier einmal die Grundlagen vorstellen.

Die Welt hungert nach Gerechtigkeit. Immer wieder lesen wir in der Zeitung oder hören im Fernsehen: „Hollywoodsternchen Nr. 1 ist nach Dreharbeiten durchgedreht!“, „Hollywoodsternchen Nr. 1 muss für drei Jahre ins Gefängnis.“, „Hollywoodsternchen Nr. 1 muss doch nicht ins Gefängnis!“, usw… Jeder hat seine eigene Meinung dazu, was denn nun mit Hollywoodsternchen Nr. 1 wirklich passieren soll (einige verleihen dem oft auch gerne Ausdruck während den Pausen auf der Arbeit 😉 ). Jeder hat bereits einen Urteilsspruch gefällt und würde diesen auch gerne am nächsten Morgen in der Zeitung sehen.
Das ist die Geschichte, auf welche ich nun aufbaue.

Der Skandal! Jesus stirbt für die Menschen und plötzlich sagt die Bibel nicht mehr „Auge um Auge“, sondern „Liebe deinen Nächsten“; sie sagt nicht mehr „Wer den Sonntag nicht heiligt, soll sterben“, sondern „Für die, die zu Christus gehören, gibt es keine Verurteilung mehr“. (Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch kurz erwähnen, dass es sich bei vielen Dingen in diesem Eintrag vor allem auch um die Einstellung von Christen handelt, welche ich persönlich in Frage stelle. Es ist natürlich nicht weiter erstaunlich, dass ich dabei gleichzeitig auch meine eigene Einstellung in Frage stelle, und mich selbst herausfordere 😉 )

Die Frage! Wie kann man den in einer Gesellschaft von Christen leben, welche zwar an Jesus glauben, aber natürlich nicht perfekt sind? Darf man den dort niemanden mehr bestrafen?
Um diese Frage unter ein neues Licht zu stellen (beantworten will ich sie hier nicht), möchte ich eine mögliche Sichtweise auf Strafen, welche aus dem Brechen von Regeln entstehen, aufzeigen. Mein Buch behauptet folgendes (in meinen Worten ausgedrückt):

Wenn Menschen unsere Regeln brechen, dann benötigen wir Strafen, um ihnen zu zeigen, wer den die Autorität hat (wer die „Hosen an hat“ 😉 ). Weshalb müssen wir den jemandem zeigen, dass wir noch die Kontrolle über sie haben? Weil wir Angst vor ihnen haben und nicht wissen, was sie sonst noch tun könnten. Deshalb bestrafen wir sie oder legen ihnen besondere Auflagen vor, an welche sie sich halten müssen, damit sie noch weiter einen Platz in unserem Leben haben können.

Stellt euch einmal vor, euer Partner würde so mit euch umgehen! „Du hast den Müll nicht rausgebracht. Jetzt wasche ich dir deine Wäsche für eine Woche nicht mehr.“, „Du hast mir gestern nicht richtig zugehört und deshalb spreche ich nun zwei Wochen nicht mehr mit dir.“, „Du hast mich heute nicht geküsst. Ich denke nicht, dass ich dir morgen etwas zu essen kochen werde.“ Lächerlich, oder? 😉
Deshalb legt Gott uns diese Regeln auch nicht mehr auf. Seit Jesus ist es nicht mehr länger „Du musst alle meine Gebote und Gesetze einhalten!“, sondern „Du kannst machen was du willst. Aber wenn du mich lieben willst, dann gibt es ganz konkrete und einfache Wege. Befolge meine Gebote, denn sonst verletzt du mich. Wenn du aber trotzdem eines meiner Gebote brichst, dann weisst du, dass ich immer mit offenen Armen dastehe und erwarte, dass du wieder zu mir zurück kommst.“ (eine lange, aber hoffentlich verständliche Erklärung der Sicht Gottes auf uns Menschen 😉 ).

Ich denke nun habe ich das Thema genug aufgebaut. Ich lerne aus der Bibel, dass ich Gott nachahmen sollen. Wenn nun also Gott mich nicht mehr verurteilt und mir keine Sanktionen auferlegt, wieso mache ich das mit anderen Leuten? Meist sogar mit Menschen, die mir eigentlich viel bedeuten? Die Antwort hierauf ist einfach: Ich habe Angst vor ihnen, weil ich sie nicht genug liebe, um ihnen zu vertrauen. Dies ist für mich persönlich eine harte Botschaft, da ich gerade vor ein paar Tagen mit so einer Situation konfrontiert wurde. Gott aber hat keine Angst vor den Menschen, weder vor mir, noch vor dir. Deshalb legt er uns keine Sanktionen auf!

Dies alles hat mich zu ein paar einfachen Gedanken geführt: Wo lasse ich mich von Angst kontrollieren? Wo kontrolliere ich Menschen, weil ich sie nicht wirklich liebe?

Hier meine vermutlich überraschende, aber ganz konkrete Frage an dich: Wo legst du dir selbst Strafen auf, um dir zu beweisen, dass du noch die Kontrolle in deinem Leben hast? Wo hast du verlernt dich zu lieben und dir selbst zu vertrauen?

 

PS: Vielen Dank, dass du dir meinen Verarbeitungs-Blogeintrag angetan hast 😉 Falls du noch Fragen hast, dann kannst du gerne persönlich auf mich zukommen oder mir über das Kontaktformular (welches bis jetzt noch niemand verwendet hat, *sniff* 🙁 ) oben eine Nachricht schicken! Anmerkungen sind auch herzlich willkommen 😀